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Joschka Fischer tut es leidenschaftlich, Madonna macht es gerne lange und Bill Clinton mit seinen Mitarbeitern - sie alle joggen regelmäßig.
Damit sind sie Teil einer weltweiten Bewegung, die allein in Deutschland acht Millionen Anhänger gefunden hat. Laufen ist auf dem Vormarsch. Der Grund: Kein Sport ist so einfach und überall durchzuführen, kein
Sport ist so natürlich und beansprucht so viele Muskeln - raus aus dem Sessel. rein in die Schuhe und der Spaß kann beginnen. Spaß?
Weit gefehlt! Für viele Jogger ist Laufen kein Spaß. Laufen ist Arbeit, die erledigt werden muss, um dem Körper Gutes zu tun. Gelaufen wird
genauso wie häufig genug gearbeitet wird: verbissen angestrengt, freudlos. Die Hauptursache für diese Einstellung ist der Aberglaube, dass Sport, wenn er gesund sein soll, immer mit Blut, Schweiß und Tränen
verbunden sein muss. Tut es nicht weh, tut es nicht gut. „Diese Einstellung zum Laufen ist nicht nur falsch, sondern auch gefährlich. Wir schwächen unser Immunsystem mehr, als dass wir es stärken“, weiß Ulrich
Strunz, Mediziner und Laufexperte. Sein Rezept für einen gesunden Geist in einem fitten Körper lautet „Jogging-Light“. Mit dieser revolutionären Lauftechnik werden gezielt überflüssige Fettreserven im Körper
verbrannt. Das Ergebnis: weniger Pfunde und mehr Fitness – auch im Kopf. „Die Menschen glauben, nur die Überwindung des inneren Schweinehundes bringt den gewünschten Erfolg. Und mit 40 Jahren wundern Sie sich
dann, dass sie körperlich und geistig ausgebrannt sind. Auf die Idee, dass es auch anders gehen könnte, kommen Sie aber nicht“. Strunz ist der laufende Beweis für den Erfolg seiner Methode. Der studierte
Kernphysiker und Arzt war jahrelang Testesser für Restaurantführer und ein typischer „No-Sports“-Typ mit einem 16 Stundenarbeitstag. Bis er im Alter von 45 Jahren begann, sein Leben komplett umzustellen. Heute
ist der 55jährige Wanderprediger des Laufens einer der weltbesten Triathleten seiner Altersklasse, betreibt eine große internistischen Fachpraxis und hält jedes Wochenende europaweit Seminare und Vorträge vor
Hunderten von Zuhörern. Und all das mit dem athletischen Körper und der jungendlichen Ausstrahlung eines 20jährigen.
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Qualität statt Quantität
Sein Geheimnis: Strunz entwickelte ein Programm zur körperlichen und geistigen Leistungsmaximierung. Kernstück dieses Programms ist die
natürlichste Form menschlicher Fortbewegung: Laufen. Oder genauer: Pulsorientiertes Laufen. Bei der neuen Laufmasche von Strunz geht es nicht darum, laufend neue Bestzeiten aufzustellen, sondern fröhlich und
entspannt die Körperchemie positiv zu verändern. Nicht leidend und hechelnd, sondern locker, leicht und lächelnd müssen wir unser Laufwerk verrichten, wenn wir gesund und glücklich werden wollen. Jogging-Light
lautet die Devise, Qualität ist wichtiger als Quantität. Nur:
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Was ist pulsorientiertes Laufen?
Die Antwort heißt Laufen im Sauerstoffüberschuss. Zur Erklärung: Jeder Mensch hat eine Pulsgrenze. Diese liegt beim Anfänger bei etwa 60% des
Höchstpulses und beim Sportler bei etwa 80%. Liegt der Puls unter dieser Grenze, bewegt man sich im Sauerstoffüberschuss. Liegt der Puls darüber, läuft man im Sauerstoffdefizit. Die Folge: keuchen., hecheln, nach
Luft schnappen. Und genau das ist falsch, sagt Strunz. Aber 97% aller Jogger laufen so. Laufen, als wären sie Richard Kimble – auf der Flucht. Und wahrscheinlich sind sie auch auf der Flucht: vor dem Alter,
vor dem Arbeitsstress. Die meisten aber fliehen vor ihrem Gewicht. Nur ihr Ziel werden sie so nie erreichen. Und abnehmen schon gar nicht. Denn laufen wir hechelnd im Sauerstoffdefizit, verbrennt unser Körper
nachweislich nur Zucker, aber kein Fett. Laufen wir dagegen locker und lächelnd im Sauerstoffüberschuss, und beträgt unser Puls während des Laufens nur 60 bzw. 80% des Höchstpulses, dann verwandelt sich unser Körper
in eine wahre Fettverbrennungsmaschine (siehe Grafik). Aber es kommt noch besser. Egal, ob wir vor dem Fernseher hocken oder schlafen – unser Körper verbrennt ununterbrochen überflüssiges Fett. 24 Stunden am
Tag. Sieben Tage die Woche. 52 Wochen im Jahr. Einzige Voraussetzung: regelmäßig eine halbe Stunde im Sauerstoffüberschuss laufen. Das bedeutet: Sie können quasi essen, was sie wollen und nehmen nicht zu.
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Den Verstand auf Trab bringen
Medizinische Untersuchungen bestätigen Strunz. Ebenso die Natur: Oder haben Sie schon mal ein Eichhörnchen mit dickem Bauch gesehen? Nein.
Dabei fressen Eichhörnchen fast nur Nüsse. Und die bestehen zu 60% aus Fett. Warum wir das Eichhörnchen nicht dick? Weil es sich bewegt. Weil es eine Fettverbrennungsmaschine ist, so Strunz.
Aber Laufen aktiviert nicht nur die körpereigene Fettverbrennung, es hält auch nachweislich den Verstand auf Trab. Denn Fett, das unser
Körper nicht verbraucht, lagert sich nicht nur an Hüften und Gefäßinnenwänden ab. Auch in unserem Gehirn setzt es sich fest. Dort verstopft es die feinen Kommunikationskanäle, durch die die Gehirnzellen miteinander
verbunden sind. Die Folge: Gute Ideen oder Lösungen für schwierige Probleme kommen nicht mehr im Laufschritt, sondern nur noch im Schneckentempo. Durch regelmäßiges Laufen im Sauerstoffüberschuss verschwindet auch
dieses Fett. Die Denkwege werden frei. Zugleich wird das Gehirn mit 100% mehr Sauerstoff versorgt und die Konzentrationsfähigkeit enorm verbessert. Und es geht noch weiter: Laufen im Sauerstoffüberschuss macht nicht
nur schlank und schlau. Es macht auch kreativ und glücklich, Glücklich, weil körpereigenes Kokain, so genannte Endorphine, freigesetzt werden und einen Schwebezustand erzeugen. Kreativ, weil eine Welle des Hormons
ACTH den Körper durchflutet. Dieses Hormon ist für alles Kreative zuständig, sorgt aber auch gleichzeitig für einen niedrigen Blutdruck.
Fazit: Übergewicht? Nie mehr. Stress? Vergessen Sie es, Depressionen? Ein Fremdwort. Keine Ideen mehr? Sie werden Ideen am laufenden Meter
haben. Neugierig geworden? Dann nichts wie los. Auch wenn Sie bereits 50 Jahre alt sind und noch nie in Ihrem Leben regelmäßig gelaufen sind. Denn: Die Laufzeit eines Menschen ist nie abgelaufen. Anfänger und ältere
Menschen sollten sich zur Sicherheit aber vor den ersten Schritten beim Arzt durchchecken lassen.
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Es gibt so viele Sportarten, warum muss es gerade das Laufen sein?
Ganz einfach: Weil es immer und überall durchgeführt werden kann, weil man keine besondere Ausrüstung oder Ausbildung benötigt und weil 70%
der Muskeln im Körper bewegt werden. Zum Vergleich: Beim Radfahren werden nur 35% der Muskeln bewegt, beim Schwimmen sind es sogar nur 15%.
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Ist Laufen wirklich so gesund?
Der Mensch ist dazu geschaffen, sich zu bewegen. Und er tat es auch, bis ihm Gaspedal Und Aufzug die Füße ersetzen. Schauen Sie sich
Kinder an: Die laufen jeden Tag zehn Kilometer nur bei ihnen heißt es noch spielen. Spätestens mit 18 Jahren wird unser Bewegungstrieb stillgelegt. Und mit 50 Jahren haben wir dann Rückenschmerzen, weil
wir uns zu wenig bewegt haben.
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Aber belastet das Laufen nicht sehr stark die Gelenke?
Das ist richtig, weil wir uns ein Leben ohne Schuhe nicht vorstellen können. Nur Schuhe haben uns dazu gebracht. mit der Ferse aufzusetzen.
Ziehen Sie einmal die Schuhe aus und laufen Sie. Sie werden feststellen, dass Ihre Ferse den Boden gar nicht berührt. Man läuft völlig automatisch nur noch auf den Zehen und federt weich ab. Das ist völlig
unproblematisch für die Gelenke.
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Ich muss also auf den Zehenspitzen laufen?
Ganz genau, und so lehre ich es auch in meinen Seminaren.
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Wie überwinde Ich täglich meinen Inneren Schweinehund?
Der Trick ist ein Reflex Genauso wie man automatisch frühstückt, muss man auch automatisch laufen. Das macht man, indem man vier Wochen lang
täglich zur gleichen Zeit läuft. Natürlich ist das am Anfang bitter. Aber nach vier Wochen ist ein Verlangen entstanden. man muss nicht mehr laufen, man will. Das ist das Geheimnis. Wenn man jeden Tag seinen inneren
Schweinehund überwinden müsste, dann wäre diese Methode nicht erfolgreich. Auch nicht bei mir.
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Gibt es so etwas wie eine Faustregel?
Nein. Diese Faustregeln klappen nicht. 220 minus Lebensalter, geteilt durch Dioptrienstärke der Brille mal Anzahl der Kinder plus Brötchen
heute früh die Menschen sind doch keine Maschinen. ich habe eine Formel gefunden, um sich dem optimalen Fettverbrennungspunkt möglichst weit anzunähern. Wer beim Laufen zweimal einatmet und dreimal ausatmet,
bewegt sich im Sauerstoffüberschuss und ist sehr nah am idealen Fettverbrennungspunkt. Durch diese Atemtechnik begrenzen Sie automatisch ihre Geschwindigkeit., Sie können mit dieser Atemtechnik nicht sprinten.
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Muss ich mich vor dem Laufen ärztlich untersuchen lassen? Theoretisch nein. Praktisch ja.
Kinder rennen auch, ohne den Arzt zu fragen. Nur: Wir sind keine Kinder mehr und haben unseren Körper oft lange Zeit vernachlässigt. So ein Check beruhigt für den Fall, dass es doch einmal irgendwo sticht oder
zwickt. Wenn Sie vorher beim Arzt waren, laufen Sie ruhig weiter.
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Woran erkenne Ich, dass Ich falsch laufe?
Sie laufen falsch, wenn es keinen Spaß macht und Sie nach dem Laufen müde sind. Denn Sie müssen durch das Laufen nicht Energie verlieren,
sondern Energie gewinnen. Beim richtigen Laufen tanken Sie Kraft, Sie fühlen sich hinterher stärker. Wenn Sie dieses Gefühl nicht haben, dann laufen Sie falsch.
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Mit einem Satz: Was kann Laufen einem Menschen geben?
Alles, was Menschen sich erträumen helle Gedanken, ein freundliches Wesen, Erfolg das kriegen die geschenkt die ihr Gehirn mit
mehr Sauerstoff versorgen. und es gibt nur eine Methode in der gesamten Physiologie: richtig Laufen.
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Gilt das für alle Menschen?
Für jeden Menschen der Welt.
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